Flugbetriebsordnung


Flugbetriebs- und Platzordnung

Als Grundlage dieser Flugbetriebsordnung dient die Erlaubnis des Luftamtes Südbayern (Az. 315-7841 c - 9/79) vom 08.08.79 und Ergänzung vom 25.10.1989 unter Ziffer 3.12.

Sie ist auch in allen anderen nicht in dieser Flugbetriebsordnung genannten Fällen bindend und kann jederzeit in der Vereinshütte eingesehen werden.

Die Kenntnisnahme ist durch Unterschrift der Neumitglieder in der zugeschickten Antwortkarte zu bestätigen.


1. Benutzung des Fluggeländes

Das Fluggelände darf nur benutzt werden von:

  1. Mitgliedern des RC Modell-Flieger Club Ulm/Neu-Ulm e.V.
  2. gelegentlich von Gästen eines Mitgliedes oder von Mitgliedern eines anderen Vereins nach Absprache mit dem Flugleiter. Voraussetzung ist eine gültige Haftpflichtversicherung.
  3. Versuchsfliegen eines Anfängers unter Verantwortlichkeit eines anwesenden Mitglieds, wobei dies zeitlich begrenzt ist auf ein Wochenende oder zwei Wochentage. Anschließend hat der Anfänger über einen Beitritt zum Verein zu entscheiden.
  4. Teilnehmer eines Wettbewerbes oder Flugtages.


Alle Modellflieger müssen eine gültige Mitgliedskarte bei sich tragen bzw. eine Haftpflichtversicherung nachweisen können (Gäste).


2. Flugzeiten

Montag bis Freitag 09.00 - 12.00 und 14.00 - 20.00 Uhr
Samstag 10.00 - 13.00 und 15.00 - 19.00 Uhr
Sonn- und Feiertage 10.00 - 13.00 und 15.00 - 19.00 Uhr


Diese Bestimmungen beziehen sich nur auf Modelle mit Verbrennungsmotor. In jedem Fall ist jedoch der Flugbetrieb bei einsetzender Dunkelheit einzustellen.


3. Flugsicherheitsregeln

Jeder Modellflieger hat sich so zu verhalten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere die Sicherheit anderer Personen und Sachen, sowie die Ordnung des Modellflugbetriebes nicht gefährdet oder gestört wird.

  1. Modelle
    • Flügelprofile mit messerscharfen Eintrittskanten sind nicht erlaubt
    • Metall-Luftschrauben sind verboten
    • Es dürfen nur Flugmodelle mit Verbrennungsmotoren betrieben werden, deren Schallpegel bei Volllast den Wert von 81 dB(A) nicht überschreiten. Dieser Wert wird gemessen in 7 m Abstand, 1 m Höhe und 90 Grad zur Abgasausstoßrichtung zum Modell.
    • Das Abfluggewicht eines Modells darf 20 kg nicht überschreiten.
  2. Zuschauer
    • Zuschauer dürfen sich nur in dem dafür vorgesehen Raum hinter dem Sicherheitszaun und der Abschrankung aufhalten.
    • Fahrzeuge dürfen nur den Zufahrtsweg und die ausgewiesenen Parkplätze benutzen.
    • Bei einer vollst. Belegung des Hauptparkplatzes am Gelände (ca. 20 PKW) sind Fahrzeuge von Mitgliedern oder Gästen auf einem nicht am Gelände befindlichen Parkplatz (ggf. Straße vor dem Baggersee) abzustellen. Das Vorfahren zum Be- und Entladen von Modellen ist kurzfristig gestattet.
    • Während des Start- und Landevorganges müssen die Start- und Landeflächen frei von unbefugten Personen und/oder beweglichen Hindernissen sein.
    • Bei schlechten Parkplatzverhältnissen durch große Bodenfeuchtigkeit z.B. im Herbst, Winter und Frühjahr kann der Platz durch den Vorstand gesperrt werden. In diesem Falle sind die Fahrzeuge auf der befestigten Straße vor dem Baggersee zu parken.

 

4. Kontrolle der Sendefrequenzen

Hierzu dient die an der Hütte angebrachte Frequenz-Belegungstafel. Jeder am Modellflugplatz eintreffende Pilot hat sich sofort und auf jeden Fall vor Inbetriebnahme seines Senders anhand der Tafel davon zu überzeugen, dass seine Frequenz frei ist. Ist dies der Fall, belegt er die entsprechende Frequenz mit seinem Namensschildchen. Gültigkeit haben nur die vom Verein ausgegeben Namensschildchen. Danach hat sich der Pilot unverzüglich beim Flugleiter (wenn vorhanden) zu melden, um den Namen mit der Kanalnummer eintragen zu lassen.
Bei Kanal-Doppelbelegung haben sich die Piloten untereinander abzusprechen.
Kein Pilot hat Vorrecht oder exclusiv-Recht auf einen bestimmten Kanal!
Beendet der Pilot seinen Flugbetrieb, so hat er sein Namensschildchen wieder abzuhängen und sich beim Flugleiter (falls vorhanden) abzumelden.
Die Eingliederung von Gastfliegern wird vom Flugleiter vorgenommen. An Tagen mit starkem Flugbetrieb kann der Flugleiter aus Sicherheitsgründen die Sender einziehen und vor dem Start wieder ausgeben.

5. Flugräume u. Flugverfahren

  1. Flugräume
    • Die Flugmodelle dürfen - jeweils ausgehend von der Mitte der Start- u. Landebahn - nach Osten bis zu einer Entfernung von 200 m und nach Süden bis zu 300 m betrieben werden. Im Westen ist die Grenze die gedachte Verlängerung der Pappelreihe. Bei Landeanflügen von Norden darf ausnahmsweise und nur mit gedrosseltem Motor bis zu 300 m geflogen werden.
    • Mindestflughöhe über Wegen und Straßen ist 50 m (Ausnahme ist die südl. Zufahrt zum Platz), bei Annäherung von Fahrzeugen und Personen ist das Überfliegen gänzlich untersagt. In horizontaler Richtung dürfen sich Flugmodelle anderen Verkehrsteilnehmern höchstens auf 50 m nähern (wenn sie nicht hinterm Sicherheits-Zaun oder Absperrung stehen).
  2. Flugverfahren
    • Flugmodelle haben bemannten Luftfahrzeugen stets auszuweichen. Bei Annäherung eines bemannten Luftfahrzeuges ist sofort die Landung einzuleiten und der Flugmodellbetrieb ist einzustellen.
    • Feldbestellung hat Vorrang. Soweit auf den umliegenden Feldern während des Flugbetriebs gearbeitet wird, darf dieses Gebiet nicht überflogen werden.
    • Das Betreten der Start- u. Landebahn während des Flugbetriebs ist nur zum Start des Modells und zum Zurückholen nach der Landung gestattet.
    • Nach dem Start des Modells (Auch Schleppgespanne) müssen sich die Piloten an einen festgelegten Pilotenstandplatz begeben. Piloten haben beim Fliegen stets zusammen zu stehen.
    • Neue Modellflugpiloten müssen ihre fliegerische Fähigkeit beweisen, bevor sie allein fliegen dürfen. Anfänger dürfen nur unter Aufsicht eines erfahrenen Piloten fliegen, der unter Umständen sofort eingreifen kann.
    • An Tagen mit viel Flugbetrieb ist das Einlaufen lassen von Motoren, sowie unnötig langer Lauf der Motoren vor dem Start zu unterlassen, da dies den Flugbetrieb empfindlich stören würde.
    • Hunde sind auf dem Flugplatz bei Flugbetrieb an der Leine zu halten.
    • Das Betreiben von Flugmodellen unter Alkoholgenuss, Drogenmissbrauch und Medikamenteneinwirkung unterliegt den gesetzlichen Vorschriften des Straßenverkehrs.

 

6. Flugleiter und Maßnahmen zur Durchführung dieser Bestimmungen

  • Der Flugbetrieb darf nur unter Aufsicht eines sachkundigen, erwachsenen Flugleiters durchgeführt werden, wenn mehr als 2 Flugzeuge in der Luft sind oder sich mehr als 2 Flugzeuge einsatzbereit (aufgebaut mit funktionsfähiger Fernsteueranlage) auf dem Flugplatz befinden.
  • Flugleiter ist automatisch immer der erste anwesende erwachsene Pilot am Flugplatz. Dieses Amt hat der erstanwesende Pilot mit allen Konsequenzen auch dann, wenn er sich nicht im Flugleiterprotokoll einträgt. Er behält dieses Amt solange, bis der Flugbetrieb beendet ist, oder er den Dienst an einen anderen Flugleiter durch Eintragung ins Flugleiterprotokoll übergeben hat.
  • Der Flugleiter darf am allgemeinen Flugbetrieb nicht teilnehmen. Will er selber fliegen, so muss er für diese Zeit den Flugbetrieb für die anderen Piloten untersagen.
  • Der Flugleiter soll seinen Dienst nach ca. 2 Stunden an einen anderen Piloten (im Regelfall der zweite anwesende Pilot) durch Eintragung ins Flugleiterprotokoll übergeben. Das gleiche gilt, wenn er vorzeitig den Flugplatz verlässt. Ist kein Pilot bereit den Flugleiterdienst zu übernehmen, so muss der Flugleiter den Flugbetrieb beenden und dies im Flugleiterprotokoll vermerken. Falls dennoch weitergeflogen wird, ist der als nächster am Platz anwesende Pilot automatisch Flugleiter.
  • Flugmodellsteuerer müssen den Anweisungen des Flugleiters Folge leisten.
  • Nur der Flugleiter ist in allen Angelegenheiten, die den Flugbetrieb betreffen Weisungsbefugt. Er ist für die Sicherheit und Ordnung auf dem gesamten Fluggelände verantwortlich.
  • Der Flugleiter muss ein Flugleiterprotokoll erstellen (auf dem ausliegenden Formblatt), in dem die Übernahme dieser Funktion mit Datum und Uhrzeit, sowie alle Unregelmäßigkeiten festzuhalten sind.
  • Der Flugleiter muss die Frequenzen überwachen und die vollständige Anbringung der Namenschildchen an der Frequenztafel kontrollieren.
  • Der Flugleiter soll nur so viele Piloten gleichzeitig fliegen lassen, wie er sicher überwachen kann.
  • Der Flugleiter muss sich im Zweifelsfall vom jeweiligen Piloten nachweisen lassen, dass die Funklizenz vorhanden ist, ein gültiger Versicherungsschutz besteht, dass das maximale Modellgewicht von 20 kg und der zulässige Schalldruck von 81 dB nicht überschritten wird.
  • Der Flugleiter soll nach eigenem Ermessen mobile Sicherheitseinrichtungen wie Absperrketten, Fangzaun und Schilder zum Einsatz bringen.
  • Der Flugleiter muss sich von der Flugtauglichkeit des Piloten und insbesondere des Modells überzeugen. Ist ein sicherer Modellflugbetrieb nicht möglich, muss der Flugleiter die Starterlaubnis verweigern.
  • Der Flugleiter muss zum Betrieb eines Strahltriebwerkes sämtlichen anderen Flugmodellen den Flugbetrieb untersagen. Es dürfen nur der Pilot und erforderliche Helfer im Vorbereitungsraum und auf der Startbahn anwesend sein. Der Pilot muss einen Feuerlöscher am Ort des Geschehens bereit halten.
  • Der Flugleiter hat ansonsten für die Einhaltung aller Regeln und Anweisungen der Flugbetriebsordnung Punkt 1-5 zu sorgen.
  • Beschwerden gegen den Flugleiter sind nur dem Vorstand und nur in schriftlicher Form mitzuteilen.
  • Der Flugleiter muss dem grob gegen die Flugbetriebs- und Platzordnung verstoßenden Piloten für den Rest dieses Flugtages Startverbot erteilen und den Vorstand informieren. Bei wiederholten groben Verstößen dieses Piloten behält sich der Vorstand das Recht auf weitere Sanktionen vor.

 

7. Rücksichtnahme

Diese Sicherheitsregeln allein können einen reibungslosen Flugbetrieb nicht garantieren. Rücksicht, Hilfsbereitschaft und ein gesunder Menschenverstand eines jeden Modellfliegers sollen dazu beitragen, dass die Rechte des Anderen respektiert werden und dass in gegenseitiger Kameradschaft ein sicherer und reibungsloser Flugbetrieb durchgeführt werden kann.


8. Notfallplan

Für Notfälle ist im Schaukasten an der Hütte ein entsprechender Plan mit Namens- und Telefonangaben ausgehängt.

Überarbeitet und neu vorgegeben
Ulm, im März 2002
MFC Ulm/Neu-Ulm e.V.

Der Vorstand
Gez. Sven Hau